Psychotherapie – Praxis von Dr. Avramidou - Die Beziehung im Mittelpunkt der Entwicklung - Family of 4 Walking Into Sundown

Mein Ansatz in der Arbeit mit Eltern und Kindern, die mit den Schwierigkeiten ihrer Kinder zu mir kommen, gründet sich auf die Auffassung, dass die menschliche Existenz stets das soziale Miteinander einschließt – die Beziehung der Menschen untereinander und zur Welt. Diese Sichtweise hebt die Rolle von Kultur und Geschichte hervor.

„Das Subjekt ist untrennbar von der Welt, die es projiziert, während es zugleich selbst eine Projektion dieser Welt ist“ (Merleau-Ponty 2005, S. 407–408). In dieser Welt ist der Mensch aufgefordert, mit bewusster Haltung und Erfahrung zu handeln. Sein Alltag wird bestimmt und gestaltet durch sein eigenes Tun – immer auf der Grundlage von Intersubjektivität.

Es gibt keine Rezepte oder magischen Lösungen, sondern die Einsicht, dass der Mensch handelt, produziert, reproduziert und Kultur wie Gesellschaft transformiert – durch die Weisen, in denen er sie deutet, versteht und gestaltet. Es ist „die Erzählung des Selbst für das Selbst; wie das Schaffen einer Geschichte darüber, wer wir sind, was geschehen ist und warum wir tun, was wir tun“ (Bruner 2004, S. 113).

In diesem Rahmen wird Sprache und Kommunikation als ein sich entwickelnder und komplexer Prozess verstanden, der Teil der Gesamtentwicklung des Kindes ist. Die angeborene Disposition des Kindes sucht die biologisch verankerte Bindungsentwicklung, die Begegnung mit dem Anderen sowie die sinnliche und emotionale Begegnung mit der Welt und der Erfahrung.

Dies ist ein Vorgang, den der Mensch mit dem eigenen Körper und dem Körper des Anderen vollzieht – ein Weg von der Bedürftigkeit hin zur Lust und zum Begehren, notwendig für die Organisation der Psyche (Avramidou 2016).